Donnerwetter, das fängt ja gut an!
Etappe: Miami, die Everglades, unter Segeln im ICW gen Cape Canaveral, auf dem Atlantik nach Charleston.
Dunkle Wolken hängen tief über dem Intracoastal Waterway. Eine Kabbelsee mit 60 Zentimeter hohen Wellen, von deren Kämmen waagerecht die Gischt fliegt, umgibt uns nun, wo eben noch Glattwasser und Kaffeesegeln bei gemütlichen 3 Windstärken aus Süd-West angesagt war. Dicke Regentropfen prasseln auf uns nieder aus dichten, tief hängenden Wolken, die die Sicht auf weniger als 50 Meter absenken. Um uns herum grollen laute Donner. Der Wind hat auf Nord gedreht und pfeift uns in Böen mit 43 Knoten (9 Beaufort!) und mehr direkt auf die Nase. Blitze zucken durch die dichte graue Wolkendecke. Wir schalten die Navigationsinstrumente und das Funkgerät aus, ziehen das Antennenkabel aus dem Splitter und hoffen, nicht zum Zielobjekt der Blitze zu werden. Das Unwetter kommen sehend, haben wir wohlweislich die Segel geborgen und direkt neben dem Fahrwasser nahe einem Schutz bietenden Hochspannungsmasten den Anker auf 2,5 Meter Wassertiefe ausgebracht. Nun harren wir der Dinge, die da kommen mögen und wettern unter Deck ab. Die Gedanken schweifen noch einmal zurück und lassen unsere Tage im Sonnenstaat Florida Revue passieren: die Everglades mit den Alligatoren und der Airboat-Tour, das 4-Sterne-Frühstück in Miami, das Wiedersehen in Nettles Island Marina, die Vorbereitungen an Bord für die nächste Segeletappe, unsere virtuelle Raketentour mit Expedition zum Mars und Mond…Ja, unser Segelabenteuer geht weiter und fängt richtig gut an! Weiterlesen „Donnerwetter, das fängt ja gut an!“