Wie sind wir die Vorbereitungen unseres Törns angegangen?
Was hat sich in der Praxis bewährt?
Hier wollen wir unsere Erfahrungen mit Euch teilen.
Vor der Abreise
Seit Beginn der 1990er Jahre haben wir Literatur von Langfahrt- und Weltumseglern aufgesogen und regelmäßig die einschlägigen Zeitschriften gelesen. So hat sich allmählich ein Grob-Konzept für unser Segelabenteuer entwickelt.
10 Monate vor unserer Abreise haben wir eine To-do-Liste erstellt und mit der Vorbereitung begonnen.
To-do-Liste
Haus + Boot | Ausrüstung + Sicherheit Medizin + Gesundheit
- Ausgeträumt – Entschluss fassen: „Wir machen das JETZT!“
- Arbeitgeber informieren & „Auszeit“ regeln
- Familie & Freunde informieren
- Reisepässe
- Visum USA inkl. Wochenende Berlin: Interview in der Botschaft
- Kreditkarten & Onlinebanking (Limits erhöhen, Daueraufträge)
- Krankenkasse klären
- Auslandskrankenversicherung
- Bootshaftpflichtversicherung
- Bootskaskoversicherung
- Ausrüstung-Check (Segel, Rigg)
- Sicherheitsausrüstung: Check und Aufrüsten
(Feuerlöscher, Signale, Rettungsinsel, EPIRP, Bilgenpumpen) - Kommunikation & Elektronik
(AIS, Satellitenkommunikation, Funk, Smartphone, Provider) - Wetter: wie kommt das Wetter an Bord (Tablet, Apps)
- Energieversorgung aufrüsten (Windgenerator, Photovoltaikmodule)
- Windsteueranlage
- Sonnenschutz (Bimini, Sonnenbrille) & Insektenschutz (Fliegennetze, -gitter)
- Einbruchschutz (Verriegelung & Schlösser für Boot + Haus)
- Wasserfestes Grab-Bag
- Präventivmaßnahmen bei Überfall & Piraterie
(Fake-Paket mit „abgelaufenen“ Wertgegenständen - Hausversorgung
(Einbruchsicherung, Gartenpflege, Winterdienst, Blumen… „House-Sitter“) - Abos kündigen
- Postlagerungsantrag
- Finanzamt
- 1.-Hilfe-Kurs
- Impfungen (Tetanus, Hepatitis)
- Gesundheits-Check (Zahnarzt, Augenarzt)
- Bordapotheke
(Schmerzen, Sonnenbrand, Insekten, Fieber, Verletzungen, Seekrankheit) - Grobe Routen- und Zeitplanung
- Seekarten
- Revierinformationen
- Verproviantierung (Einkaufsliste, Stauplan)
- Abschiedsfeier
- Website & Blog einrichten
Die Details zu dieser Liste haben wir in „zwingend erforderlich“ und „wünschenswert“ untergliedert.
GRAB BAG
Was gehört ins Grab Bag? Wir haben uns an den allgemeinen Empfehlungen orientiert und uns unsere individuelle Liste erstellt. Vor jedem mehr-tägigen Törn haben wir den überprüft
Grab Bag (für 2 Personen)
Signal- und Kommunikationsmittel
- Seenotsignalmittel
- GPS-Handgerät
- Handfunkgerät
- Dynamo-Taschenlampe
- Smartphone (mit Seekarten & Apps zur Kommunikation)
- Iridium GO!
Verpflegung
- 5 l Trinkwasser
- (Knäcke-)Brot
Gesundheit
- Seekrankheitstabletten (Rodavan)
Energie
- Powerbanks (ausreichend in Anzahl und Leistung, geladen!)
- USB-Lade-Kabel
- Ersatzbatterien
Dokumente
- Reisepässe | Visa | Kreditkarten
Regelmäßige Überprüfung auf Zustand, Vollständigkeit, Haltbarkeits-/Verfallsdatum bzw. Ladezustand
WETTER ROUTING
Bewährt haben sich diese Wetterquellen:
- Seegebiet: weltweit mit Detailkarten für die jeweiligen Seegebiete
- animierte Karten:
– Wind, Niederschlag, Sichtverhältnisse
– Hoch-/Tiefdruckgebiete
– Wellenhöhe und -Richtung - 7-Tages-Prognose
- Seewetter für einzelne Orte
- unterschiedliche Wettermodelle
- Wind in Richtung und Stärke sowie Böen
- Wellenhöhe in Richtung und Stärke
Windy (als App verfügbar, kostenlos)
- animierte Karten:
– Wind, Niederschlag, Sichtverhältnisse
– Hoch-/Tiefdruckgebiete
– Wellenhöhe und -Richtung - 5-Tages-Prognose
Windfinder (als App verfügbar, kostenlos)
- animierte Karten:
– Wind, Niederschlag, Sichtverhältnisse
– Hoch-/Tiefdruckgebiete
– Wellenhöhe und -Richtung - 9-Tages-Prognose
Bordwetterkarte
Gribfiles
- NOOA, National Oceanic and Atmospheric Administration, amerikanischer Anbieter
- in Verbindung mit Sailgrib (als App verfügbar, Lightversion kostenlos)
- auch via Satellit über den – kostenlosen ! – E-Mail-Dienst saildocs.com
Kostenlose Alternative zum kostenpflichtigen Wetterdaten-Abonnement!!
Hinnerk Weiler hat in seinem Blog eine sehr gute Anleitung zum Abruf der Wetterdaten via Satellit über saildocs.com veröffentlicht.
Was via Satellit funktioniert, ist natürlich auch via Mobilfunk und Internet möglich.
SEEKARTEN
Digitale Seekarten als APP von Navionics haben sich auf unserem Huawei Tablet mit Androit als Betriebssystem bewährt. (Redundanz durch 2. Smartphone)
Papierseekarten haben wir zusätzlich (und nur als Redundanz) genutzt.
Im Englischen Kanal und in den Bahamas sind Papierseekarten für uns unverzichtbar.
Wir haben bevorzugt Imray-Seekarten genutzt.
Für die Bahamas sowie die US-Ostküste bietet Imray keine Karten an, hier hatten wir Seekarten des NV-Verlags im Einsatz.
Wir haben viele Langfahrtseegler getroffen, die die amerikanischen Explorer-Seekarten für die Bahamas empfohlen haben. Diese sind in der Darstellung sehr detailliert und auch sehr teuer.
Für die Kapverden und die Karibik gibt es kein aktuelles Material!
Wir sind in der Karibik mit einer Edition 2006 – aktuell im Handel erhältlich – navigiert. In Kombination mit den elektronischen Seekarten von Navionics sowie Augapfelnavigation hatten wir keine Probleme.
Für die Bahamas haben wir 3 Kartensätze vom NV-Verlag genutzt. Oftmals waren sich die digitalen und analogen Karten nicht einig. Der Augapfel war dann auch hier für uns maßgeblich.
Übersicht, der von uns genutzten Papier-Seekarten
Englisher Kanal | Bretagne | Spanien & Portugal (Imray):
C18 Western Approaches to the English Channel and Bay of Biscay
C19 Cabo Finisgterre to Gibraltar
C20 Strait of Gibraltar to Archipelago dos Acores & Islas Canarias
C33A Channel Islands
C34 Cap D’Erquy to Ile de Batz
C35 Baie de Morlaix to L’Aber-Ildut
C36 Ile D’Ouessant to Raz de Sein
C48 A Coruna to Porto
Atlantik (Imray):
E1 Arquipelago dos Acores
E2 Islas Canarias
E4 Arquipelago de Cabo Verde
Karibik (Imray):
A Puerto Rico to Maritinique – (aktuelle Edition)
Bahamas (NV Verlag):
Reg. 9.1 Bahamas North West inkl. Harbour and Anchorage Guide
Reg. 9.2 Bahamas Central inkl. Harbour and Anchorage Guide
Reg. 9.3 Bahamas South East inkl. Harbour and Anchorage Guide
REVIERFÜHRER
Hilfreich waren für uns Revierführer, die auf Gefahren und Besonderheiten bei der Ansteuerung von Häfen und Ankerplätzen hinweisen. Zudem haben wir auf dieser Basis auch unsere ersten Landgänge mit Sehenswürdigkeiten und Besorgungen organisiert.
Imray, Anne Hammick and Hilary Keating – Atlantic Islands
Imray, Tom Cunliffe – The Shell Channel Pilot, 6th Edition
Imray, Martin Walker and Henry Buchanan – Atlantic Spain and Portugal
Backen an Bord
(Apfel-) Kuchen in der Pfanne gebacken
Zutaten für 1 Kuchen in der Pfanne (8 Stücke)
- 1 grosser Apfel
- 12 gehäufte EL Mehl (= ca. 250 g)
- 10 gehäufte EL Zucker (= ca.. 150 g)
- 1 Kaffeetasse Öl
- ein halbes Päckchen Backpulver
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 3 Eier
- etwas Milch
Zubereitung
Den Apfel schälen, entkernen und in schmale Spalten schneiden. Die Pfanne einfetten (auch antihaftbeschichtete Pfannen bitte einfetten), die Apfelspalten in der Pfanne verteilen und mit 1 EL Zucker bestreuen. Einige Minuten auf mittlerer Hitze andünsten.
In der Zwischenzeit aus dem Mehl, dem restlichen Zucker, dem Öl, dem Backpulver, den Eiern und dem Vanillezucker einen Teig herstellen. Das geht mit einem normalen Rührbesen – ein elektrisches Rührgerät ist also nicht notwendig. Soviel Milch zugeben, dass die Masse gerade gut gerührt werden kann – das ist ungefähr eine halbe Tasse.
Den Teig auf den Äpfeln verteilen, Deckel auf die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten backen, dann auf kleine Hitze schalten und den Kuchen in der Pfanne weiterbacken, bis der Teig durchgebacken ist (etwa 15 – 20 Minuten).Nun einen großen Teller, ein Schneidbrett oder einen Tortenteller auf die Pfanne legen und beides umdrehen, so dass der Kuchen gestürzt wird. Wer mag, kann das Ganze noch mit Puderzucker bestreuen.
Tipp 1:
Eine große Pfanne verwenden – der Teig geht gut auf und braucht Platz. Wer nur eine kleine Pfanne zur Verfügung hat oder für weniger Personen einen Kuchen backen will, sollte die Mengen halbieren.
Tipp 2:
Anstatt Äpfel kann man auch jedes andere Obst verwenden.